Diagnostische Rolle der Optischen Kohärenztomographie bei MS, NMOSD und MOGAD

Quelle: PhotoSG - adobe.stock.com

Infos

Fachzeitschrift: neuro aktuell

Autor: Prof. Dr. Ilya Ayzenberg

Basispunkte: 1

Zusatzpunkte: 1

Zeit: 45 Minuten

Gültig bis: 2026-10-08

Zert. Stelle: Bayrische Landesärztekammer

Beschreibung:

Beschreibung:

Die optische Kohärenztomographie (OCT) kann als nicht-invasives bildgebendes Verfahren in bestimmten klinischen Situationen rasch verwertbare Informationen zur differentialdiagnostischen Einordnung immunvermittelter Optikusneuritiden liefern:

  1. Typischerweise zeigt sich bei Myelin-Oligodendrozyten-Glykoprotein-Antikörper-assoziierten Erkrankung (MOGAD) in der Akutphase ein ausgeprägtes Papillenödem, welches sich in der OCT durch eine Verdickung der peripapillären retinalen Nervenfaserschicht (pRNFL) darstellt. Dieses Befundmuster kann eine Abgrenzung gegenüber Multipler Sklerose (MS) und Neuromyelitis optica-Spektrumerkrankung (NMOSD) ermöglichen.
  2. Im chronischen Stadium (> 6 Monate nach Optikusneuritis) findet sich sowohl bei NMOSD als auch bei MOGAD eine ausgeprägte, oft segmentübergreifende retinale Atrophie mit einer deutlichen Reduktion der pRNFL und der Ganglienzell- und inneren plexiformen Schicht (GCIPL). Diese kann eine Abgrenzung von der meist moderaten, temporal betonten Atrophie bei MS ermöglichen.
  3. Bei unklarer Anamnese hinsichtlich einer zurückliegenden Sehnerventzündung kann der interokuläre Vergleich im Falle einer unilateralen Optikusneuritis zusätzliche diagnostische Hinweise liefern. Durch die Hinzunahme des N. opticus als fünftes Areal einer räumlichen Dissemination in die neu vorgeschlagenen McDonald-Kriterien kann die OCT zur Diagnosestellung MS beitragen.
  4. Eine fortgeschrittene retinale Atrophie in Augen ohne vorangegangene Optikusneuritis besitzt bei MS eine prognostische Aussagekraft für die Krankheitsprogredienz und kann gegebenenfalls als zusätzlicher Parameter in die Therapieentscheidung mit einbezogen werden.

Transparenzinformation:

Die Bundesärztekammer und die Bayerische Landesärztekammer fordern auf, mehr Transparenz bei der Förderung von ärztlichen Fortbildungen bzw. CME zu schaffen. Fortbildungsveranstalter sind gehalten, potenzielle Teilnehmer von Fortbildungen darüber zu informieren, in welchem Umfang und zu welchen Bedingungen die (Arzneimittel-)Industrie die Veranstaltung unterstützt. Dieser Verpflichtung kommen wir nach und informieren Sie hier über die Höhe der Förderung der beteiligten (Arzneimittel-)Firma sowie über mögliche Interessenkonflikte der Autoren. Diese Fortbildung bzw. CME erhielt für den aktuellen Zertifizierungszeitraum eine finanzielle Förderung von: Westermayer Verlag-GmbH mit 300 €.

Interessenkonflikte des Autors: Bei der Erstellung dieser von der Bayerischen Landesärztekammer zertifizierten Fortbildung bzw. CME bestanden keine Interessenkonflikte im Sinne der Empfehlungen des International Committee of Medical Journal Editors (www.icmje.org). Relevant ist der Zeitraum der letzten zwei Jahre vor Einreichen der Fortbildung bzw. CME durch Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG bei der Bayerischen Landesärztekammer. Diese Angaben erfolgen selbstverantwortlich durch die Autoren.

Wissenschaftliches Lektorat und Gutachter: Aktualität der medizinischen Inhalte, Produktneutralität und Werbefreiheit dieser Fortbildung bzw. CME wurden im Vorfeld der Zertifizierung bei der Bayerischen Landesärztekammer durch ein wissenschaftliches Lektorat und ein Review mit zwei Gutachtern geprüft.

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Fragen

1 von 10

1. Welche der folgenden Erkrankungen manifestiert sich häufig durch eine Optikusneuritis?

2. Welches der folgenden Symptome gehört nicht zu den typischen Merkmalen einer Optikusneuritis?

3 An welche Erkrankungen sollte bei einem ausgeprägten und/oder beidseitigen Visusverlust gedacht werden?

Welcher kernspintomographische Befund weist am ehesten auf eine akute Optikusneuritis im Rahmen einer Anti-MOG-Antikörper assoziierten Erkrankung hin?

5 Welcher kernspintomographische Befund weist am ehesten auf eine akute Optikusneuritis im Rahmen einer Neuromyelitis optica-Spektrumerkrankung hin?

6 Was muss vor der Interpretation von Befunden der optischen Kohärenztomographie (OCT) für neurologische Fragestellungen erfolgen?

7 Bei welcher Erkrankung ist im Akutstadium einer Optikusneuritis in der OCT am ehesten eine Verdickung der retinalen Nervenfaserschichtdicke zu erwarten?

8 Welche der folgenden Aussagen zur OCT im chronischen Stadium (>6 Monate) nach Optikusneuritis trifft am ehesten zu? (pRNFL = peripapilläre retinale Nervenfaserschicht)

9 Welche OCT-Veränderungen können am ehesten retrospektive Hinweise auf eine stattgehabte unilaterale Optikusneuritis geben? (pRNFL = peripapilläre retinale Nervenfaserschicht, GCIPL = Ganglienzellschicht und innere plexiforme Schicht)

10 Welche Aussage zu Optikusneuritis unabhängigen OCT-Veränderungen trifft am ehesten zu?